Combatives und warum wir Inhalte für unser Krav Maga adaptieren
Combatives verstehen sich nicht als festes „System“. Für uns ist es eher eine Sammlung aus Ideen, Prinzipien und praktischen Werkzeugen, die Menschen im Alltag sicherer machen sollen. Entscheidend ist dabei nicht, wie gut etwas in der Theorie klingt, sondern ob es unter Stress funktioniert und aktiv eingesetzt werden kann.
Das betrifft Situationen, die häufig in kurzer Distanz passieren. Also genau dann, wenn man kaum Zeit hat zu reagieren und wenig Platz zum Ausweichen bleibt. Ob man alleine unterwegs ist oder mit anderen Menschen. Ob es eine Bedrohung in Nahdistanz ist, in extrem enger Nähe oder in Verbindung mit Gegenständen. Combatives als Selbstschutz-Ansatz liefert für viele dieser Lagen klare, pragmatische Antworten.
Ein Punkt ist uns dabei besonders wichtig. Nicht nur das „Was tue ich, wenn es passiert?“, sondern auch das „Wie verhindere ich, dass es passiert?“. Deshalb spielt bei uns das „Davor“ eine große Rolle. Wie denken Gewalttäter? Wie wählen sie Opfer aus? Woran erkenne ich Vorzeichen? Wie trainiere ich Aufmerksamkeit, Abstand und Entscheidungskraft, bevor es körperlich wird?
Weil sich reale Bedrohungslagen verändern, entwickeln sich auch Konzepte weiter. Aktuell liegt ein Schwerpunkt auf dem sogenannten Tier-1-Ansatz. Gemeint ist damit ein Programm für ganz normale Menschen, das übergreifende Prinzipien vermittelt und zeigt, wie sich auch Alltagsgegenstände im Rahmen von Selbstverteidigung sinnvoll nutzen lassen.
Es gibt verschiedene Combatives-Strömungen. Wir orientieren uns vor allem an Urban Combatives, inklusive Urban Combatives Netherlands, sowie an Kembativz und Senshido. Besonders prägend ist dabei das Shredder-Konzept nach Richard Dimitri. Wichtig: Wir übernehmen Inhalte nicht eins zu eins. Wir adaptieren Theorie und Praxis so, dass es zu unserem Krav Maga passt, es ergänzt und im Training sauber vermittelbar bleibt.